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Was Du wissen solltest…

Bitte Hände waschen

Bitte wasche dir vor dem Anfassen der Keramik ordentlich die Hände. Dabei geht es nicht um Schmutz, sondern um Fett (Hautfett). Die raue trockene Oberfläche der Rohkeramik saugt Fett ganz schnell auf. An dieser Stelle kann sie dann nicht mehr bemalt werden, sie stößt Farbe und Glasur ab. Findest du an deiner Keramik Schmutz vom Karton o.ä. , ist das nicht schlimm, denn Dreck brennt im Ofen weg. Wenn Farbe auf Kleidung oder Tisch gelangt, ist das auch nicht tragisch: sie ist wasserlöslich und lässt sich leicht entfernen. Zu den Farben: Fülle immer nur ein bisschen der kostbaren Farbe auf deine Palette – du kannst immer wieder nachnehmen. Überschüssige Farbe trocknet aus oder muss entsorgt werden. Das ist zu teuer.

Farbverhalten vor und nach dem Brennen

Du kennst es mit dem Anblick von Straßenasphalt vergleichen: im nassen Zustand ist er schwarz, im trockenen hellgrau. Genauso verhält sich das mit den Keramikfarben. Wenn du die Farben vermalst, sind sie dunkel und kraftvoll. Wenn sie trocknen, werden sie deutlich heller und wirken pastellig (schwarz wie grau, rot wie rosa etc.). Erst während des Brennvorgangs im Ofen entwickeln sie ihre wahre Farbkraft. Unterschiedliche Intensität erhalten die Farben durch einfachen bis mehrfachen Auftrag. Eine Schicht ergibt ein leicht transparentes, der Wasserfarbe ähnliches Ergebnis. Die Pinselstriche werden entsprechend deutlich zu sehen sein. Um ein gleichmäßig deckendes Ergebnis zu erzielen, sind drei bis vier Schichten notwendig, zwischendurch
immer ein bisschen antrocknen lassen (geht schnell, da die offene Oberfläche der Rohkeramik die Farbe schnell aufsaugt).

Unbemalte Flächen

Du musst deine Keramik nicht komplett bemalen. Alles, was nicht angemalt wird, bleibt einfach weiß. Die Keramik wird vor dem Brennvorgang noch einmal komplett in Transparentglasur getaucht, so dass danach alles versiegelt ist.

Stellrand

Fast jedes Teil hat einen Stellrand auf der Unterseite. Das ist der dünne Rand, auf dem die Keramik auf dem Tisch steht. Dort bitte keine Farbe auftragen oder einfach nach dem fertigen Bemalen wieder komplett bis auf die Rohkeramik abwischen.  Bei bemalten Stellrändern besteht sonst die Gefahr, dass die Keramik an der Ofenplatte festbrennt und beim Ablösen kaputt geht.

Malen mit kleinen Kindern

Kleine Kinder neigen dazu, den Pinsel nach jedem Farbauftrag ins Wasserglas zu tunken, weil sie es von der Wasserfarbe gewohnt sind. Achte darauf, dass sie dies beim Bemalen der Keramik nicht tun, bzw. wenn sie den Pinsel auswaschen, ihn auch gut wieder abtupfen, damit die Farbe nicht zu dünn auf der Keramik liegt. Auch empfiehlt es sich, ganz kleinen Kindern jede Farbe, die sie verwenden wollen, einzeln hinzustellen, so dass keine hässlichen Farbtöne entstehen. Ganz wichtig: Bitte keinen Bleistift zum Vorzeichnen in kleine Kinderhände, sie drücken zu stark auf.

Abdrücke von Babys Füßchen und Händchen

Es gibt nichts Süßeres als kleine Babyfüße und -händchen! Fange den Zauber dieser schönen, kurzen Zeit ein mit einem Fuß- oder Handabdruck auf Keramik. Auch Omas, Opas, Tanten und Onkel werden sich über dieses liebevolle Geschenk freuen.

Und keine Angst vor den Farben: die sind auf Wasserbasis und selbstverständlich ungiftig.

Bitte wasche die Füßchen vorher mit einem feuchten Waschlappen ab, jedoch nicht mit Feuchttüchern, da sie cremige und damit fetthaltige Substanzen enthalten. Bitte entscheide dich am besten für einen dunklen Farbton, damit alle Feinheiten klar rauskommen. Wenn du die Farbe aufträgst, achte darauf, die Zehenspitzen nur anzutupfen und das Fußgewölbe schön auszusparen, sonst gibt es Plattfüße.

Babyhändchen sind schwierig zu stempeln wegen des angeborenen Greifreflexes. Bei Kleinkindern klappt das dagegen schon sehr gut, da sie kein Fäustchen mehr machen.

kleine Missgeschicke

Ist dir ein kleiner Fleck oder Ausrutscher auf der Keramik unterlaufen, so ist das nicht schlimm. Mit einem sauberen, leicht angefeuchteten Schwämmchen kannst du sogar Farbkleckser entfernen. Bereits getrocknete Farbflecken entfernst du am besten kratzend mit einem Holzstäbchen oder etwas Schleifpapier.  Berücksichtige bei Schwarz, dass hier oft ein kleiner Schleier zurück bleiben kann, da Pigmente leicht in die Oberfläche einziehen.

Größere Farbflächen solltest du allerdings nicht feucht abwischen, da die Keramik sonst zu viel Wasser aufsaugt und im Ofen platzen kann. Bloß nicht unter fließendes Wasser halten!

Vorzeichnen mit Bleistift

Möchtest du dein Motiv vorzeichnen? So benutze einen ganz normalen bis harten Bleistift und coloriere danach deine eigene Zeichnung. Noch sichtbare Bleistiftstriche kannst, musst du aber nicht wegradieren, denn er brennt im Ofen weg und wird nicht mehr zu sehen sein. Bitte leichte bis normale Bleistiftstriche! Sind sie zu dick, haftet an der Stelle die Glasur nicht gut und wird hubbelig.

Farben mischen, neben- und übereinander malen

Farben können bei Bedarf miteinander gemischt werden, aber bitte nicht mit Wasser! Das nur zum Auswaschen der Pinsel benutzen. Stelle dazu ein Glas mit Wasser an deinen Platz.

Falls du Farben übereinander malen möchtest, male dunklere Farben über helle. Da die Farben im Ofen miteinander verschmelzen, vermischen sich auch Farbpigmente. So wird z.B. Dunkelblau ein darüber gemaltes Gelb „schlucken“ oder stark verändern.

Ausnahme ist Weiß: es enthält die höchste Pigmentdichte. Deshalb kannst du weiße, cremige Punkte über dunkle Farben tupfen. Weiß wird nicht so leicht geschluckt.

kreisrunde Punkte und Tupfen

Punkte kannst du in vielen Variationen auf deine Keramik zu einem schönen Muster arrangieren. Dazu tauche einfach den rückwärtigen Pinselstil in die Farbe und tupfe die Farbe auf die Oberfläche – für jeden Punkt neue Farbe holen. Dann sind die Punkte dick genug, um strahlende Farben zu entwickeln.

Kratz- oder Ritztechnik

Nach dem Auftragen von 3 bis maximal 4 Schichten Farbe, hast du genug Substanz, um die Kratztechnik anzuwenden. Benutze dazu ein spitzes Holzstäbchen und warte bis die Farbe frisch getrocknet ist.
Achte dabei darauf, dass die Farbe wirklich trocken ist. Beim Ritzen soll das Weiß der Keramik wieder zum Vorschein kommen. Die weiße Linie wird später deutlicher, da sich die Glasur hinein legt und beim Brennen aufhellt.
Wird die Farbe zu trocken und hart, um sie mit dem Stäbchen wegzuschieben, feuchte sie wieder mit einem Pinsel an.
Beim recht präzisen Ritzen von Motiven, Mustern oder Schrift entstehen viele Krümel. Bitte wische diese nicht mit der Hand weg, sondern benutze einen großen Pinsel und streiche sie zum Schluss über dem Mülleimer ab.
Sobald du fertig bis, müssen alle Farbkrümel entfernt werden, damit sie beim Glasieren nicht in die Glasur fallen oder unschöne Hügel auf der Keramik bilden.

Blubbertechnik

Möchtest du ein Muster aus farbigen Luftblasen auf deine Keramik zaubern? Dann vermische die Farbe peinlich genau nach unserem Rezept:

  • Ca. 1 Esslöffel Farbe mit 2 Esslöffel Wasser und einem kleinen Tropfen Spüli in einem Glas mischen
  • Wenig Spüli, da es sonst die Glasur abweist oder spröde macht
  • durch einen Strohalm in die Flüssigkeit pusten, aufsteigende Luftblasen auf oder in die Keramik fallen lassen
  • zusehen, wie die Blasen langsam von selbst platzen, nicht kaputt machen
  • Keramik trocken lassen und nicht mehr bewegen

Stempeln

Möchtest du Motivstempel für die Gestaltung deiner Keramik benutzen? Dann denke daran: auf Keramik ist Stempeln etwas schwieriger, da die Keramikfalle dickflüssiger als normale Stempelfarbe ist.

Trage deshalb nur eine haselnussgroße Menge Farbe auf ein kleines Schwämmchen auf und streiche sie mit dem Zeigefinger an der Oberfläche glatt. Sie soll nicht tief in den Schwamm einziehen, und es soll auch keine Farb-Nase hochstehen. Dann tupfe ganz leicht und vorsichtig den Stempel mit dem Schwämmchen ab. Nur die Erhöhungen sollen mit Farbe benetzt sein. Gelangt Farbe in die Rillen, wird dir kein sauberer Stempelabdruck gelingen. Übe vorher zur Sicherheit ein-, zweimal auf Papier. Der Stempel muss vorher (und nachher ;-)) sauber sein.

Alternativ kannst du einen Farbklecks mit einem Schwämmchen auf einer glatten Fläche auseinander tupfen, den Stempel daraufstellen und stempeln.

Benutze nur dunkle Farben zum Stempeln auf Keramik. Warum? Du kannst immer nur eine sehr dünne Schicht stempeln, da du nie ein zweites Mal genau die gleiche Stelle treffen wirst.

Abkleben

Du kannst Linien mit Tesa-Krepp abkleben oder Motivstanzer verwenden. Stanze aus Papier oder selbstklebendem Etikettenpapier Motive und klebe sie auf deine Keramik. Papier haftet relativ gut, wenn du es befeuchtest. Übermale die Motive mit einer oder bis zu drei Schichten, am besten übertupfst du sie mit dem Malschwämmchen.

Sobald die Farbe trocken ist, löst du die Klebestreifen oder Papiermotive mit einem Stäbchen ab. Alle abgeklebten Stellen sind dann weiß. Bitte vergiss das Ablösen nicht, sonst kommt an die Stelle keine Glasur und bleibt auch nach dem Brennen rau.

Schablonen

Auflegen und vorsichtig mit dem Farbschwämmchen übertupfen, damit die Umrisse nicht unsauber werden. Liegt die Schablone nur lose auf, ist es sicherer, die Umrisse mit Bleistift nachzuziehen oder in die Grundierung hinein zu ritzen.

Was male ich überhaupt?

Ganz einfach: 

ALLES IST MÖGLICH – NICHTS MUSS – ALLES DARF

  • Male einfach, was dir spontan einfällt. Kopf ausschalten und die Kreativität fließen lassen – du wirst sehen, es ist herrlich!
  • Gibt es Bilder und Erinnerungen aus deinem Urlaub? Wünsche oder Sprüche? Abstakte Muster? Gegenstände oder einfach nur besonders beliebte Farben?
  • Wem gar nichts einfällt, dem empfehle ich einen Blick in die Online-Galerie der Potteria https://keramikbemalen-neuss.de/galerie
  • Alternativ suchst du bei Pinterest nach bemalter Keramik

VIEL SPASS BEIM KERAMIKBEMALEN!